Zu dünn? Fütterung alter und schmaler Pferde

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Ihr Lieben, ich muss mal etwas loswerden: Jetzt beginnt wieder der Winter und damit die “Fastenzeit” für viele schwerfuttrigen und alten Pferde. Denn Heucobs sind vielen Pferdebesitzern zu teuer und das Einweichen macht Mühe … Dann wird zu irgendwelchen “Ergänzungfuttermitteln” gegriffen und oft kommt die Aussage: “Mein Pferd frisst keine Heucobs, das nimmt eh nicht mehr zu.” Meine Erfahrung dazu sieht ganz anders aus!

Rauhfutterversorgung durch Heucobs und Ergänzungfutter

Vorweg: Natürlich sind nicht alle Pferdebesitzer so! Und natürlich ist auch jedes Pferd individuell zu betrachten. Aber eines ist sicher: Egal, welche Fütterungsempfehlung man liest (on- oder offline), immer steht hier: “Eine ausreichende Rauhfutterversorgung muss gewährleistet sein!” Und das ist bei älteren Pferden eben nicht nur Heu, sondern das können auch Heu-/Luzernecobs sein. Es hilft nichts, hier massenweise Getreidepellets, Hafer oder Rübenschnitzel und Öl reinzustopfen, diese sollten höchstens eine (durchaus sinnvolle) Ergänzung darstellen. Bitte sorgt dafür, dass auch eure schwerfuttrigen Pferde und Senioren nicht hungern müssen und gebt ihnen genug Heucobs (bis zu 2kg/100kg Lebendgewicht auf mind. 2 Portionen verteilt) – fehlende Rauhfutterversorgung führt zu Magengeschwüren, Koliken, Mangelerscheinungen …

Zahnkontrolle durch den Tierarzt

Wichtig ist natürlich auch, dass die Zähne regelmäßig kontrolliert und bearbeitet werden – Haken und wundes Zahnfleisch verhindern das Mahlen mit den Backenzähnen und die Pferde machen Wickel, das Heu fällt in Klumpen wieder aus dem Maul heraus. Hier hilft nur eins: Kontrolle durch den Pferde-Zahnarzt. Muss ein Zahn gezogen werden? Muss ein Wellengebiss korrigiert werden? Doch manchmal heißt es auch einfach: Es ist nicht mehr genug Zahnsubstanz vorhanden. Dann heißt es: Umstellen auf Heucobs, um aufgenommene Rauhfuttermenge zu garantieren.

Wenn das Pferd die Heucobs nicht frisst

Wenn das Pferd nun eine Sorte nicht mag, dann testet man eine andere – viele Anbieter geben hierfür Probepackungen heraus. Manchmal kann es auch helfen, die Wassermenge anzupassen (viele Pferde mögen keine “Pampe”, aber natürlich müssen alle Heucobs komplett aufgelöst sein!). Es kann auch hilfreich rein, eine Handvoll Rübenschnitzel unter die Heucobs zu mischen (Wassermenge entsprechend anpassen!) oder einen Schuss Apfel- oder Karottensaft über die Heucobs zu geben.

Meine Erfahrungen

Natürlich ist es bei manchen Pferden schwieriger als bei anderen, aber auch ich habe viel Erfahrung mit schwerfuttrigen Pferden und die Bilder zeigen euch, was aus meinem alten Pony Lady geworden ist: Im August 2017 hatte sie eine heftige Kolik – danach war sie sehr dünn. Doch obwohl sie immer 24/7 viel Bewegung im LAG-Stall hatte und nur wenig auf die Weide durfte (wegen mehreren Rehepferden in der Herde) habe ich sie nur mit AUSREICHEND Heu- und Luzernecobs (+ etwas Rübenschnitzel, wenig Öl und eine Handvoll gekochte Haferflocken/Leinsamen) über den kommenden Winter wieder viel runder gekriegt 🙂! Fütterungsmenge: 6,5 kg Trockenmasse für ein Pferd von 300kg (habe immer palettenweise gekauft). Lady ist nicht das einzige Pferd, das ich auf diese Weise wieder “in Form” gekriegt habe – aber das beste Beispiel, dass man auch bei einem Pferd im hohen Alter nicht alle Rippen sehen muss.

Meine Empfehlung

Behaltet eure Pferde im Blick und greift einmal im Monat zum Maßband – einfach um den Bauch legen, fertig! So merkt ihr sofort, wenn das Pferd abnimmt, auch dann, wenn man es durch dickes Fell noch nicht auf den ersten Blick seht. Sprecht rechtzeitig mit eurem Tierarzt und fangt ggf. zeitnah mit der Heucobs-Fütterung an, eure Pferde werden es euch danken 🙂!

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